Der Blaue Reiter
Kandinsky am Bauhaus
Der Blaue Reiter, Hardcover, 232 Seiten, 195 Abb., davon 88 in Farbig, 55 in
Duplex, 29,80 Euro / 49 CHF, ISBN 978-3-7757-2496-8
Punkt und Linie zur Fläche. Kandinsky am Bauhaus, 248 Seiten, farbige Abb. aller
ausgestellten Werke, 26 Euro, ISBN 978-3-930128-14-3
Der Blaue Reiter. Marc,
Macke, Kandinsky, Münter, Jawlensly, Ausstellung im Museum Frieder Burda,
Baden-Baden, 27.06 - 08.11.2009
Punkt und Linie zur Fläche. Kandinsky am Bauhaus, Ausstellung der Kunstsammlung
Jena, 06.09.- 22.11.2009
Sie sind ein
Fest der Farbe, die Bilder der Künstlergruppe "Der Blaue Reiter". Der
überzeugte und beherzte Einsatz der Farbe kennzeichnet in besonderer Weise die
Künstler des Blauen Reiter. Um so bemerkenswerter, dass es dem Hatje Cantz
Verlag gelungen ist, auch den Reproduktionen im Katalog der Ausstellung im
Museum Frieder Burda diese leuchtende Intensität der Farbigkeit zu verleihen.
Namen gebend für die
Künstlergruppe "Der Blaue Reiter", die sich 1911 von der erst zwei Jahre zuvor
gegründeten Neuen Künstlervereinigung München trennte, war
der von Kandinsky und Marc herausgegebene
Kunstalmanach. In ihm sollten die Ziele einer neuen Kunst ausschließlich durch
Künstler formuliert werden. Der Almanach, der 1912 mit Beiträgen von Malern,
Musikern und Schriftstellern erschien, enthielt zahlreiche Bildbeispiele von
Werken unterschiedlicher Epochen und Bereiche erstmals in vergleichender
Gegenüberstellung, alte Meister, aktuelle Avantgarde, ozeanische Plastik,
volkstümliche Hinterglasmalerei, russische Bilderbögen und Kinderzeichnungen.
Kandinsky wollte damit beweisen, "dass das eigentlich Künstlerische nicht eine
Frage der Form, sondern des künstlerischen Gehalts ist". Kandinsky war davon
überzeugt, dass sich nun, nach dem Materialismus des 19. Jahrhunderts das
Geistige neu formieren kann. Kennzeichnend für die Künstler des Blauen Reiter
war ihr Pluralismus hinsichtlich der künstlerischen Ausdrucksmittel, Stile und
Formen, ihr Grundanliegen war die Suche nach Formen "innerer Notwendigkeit", die
zumindest Kandinsky in die Abstraktion führte, während Marc gegenständlich
blieb, doch seinen Tierbildern eine zunehmend kristalline Formensprache verlieh.
Ein wichtiges Prinzip in Marcs Denken und Schaffen ist das Prinzip der
emotionalen Einfühlung, seine Bilder suchen eine Versöhnung mit der Natur in der
Kreatur.
Zu den wichtigsten
Vertretern der Gruppierung
"Der Blaue Reiter" zählen neben Wassily Kandinsky und Franz Marc,
August Macke, Gabriele Münter, sowie Alexej von Jawlensky und Paul Klee.
Tragisch das Ende der Künstlervereinigung mit Beginn des ersten Weltkrieges
1914, die russischen Künstler mussten Deutschland verlassen, Macke und Marc
zogen in den Krieg und starben. Klee leistete ebenfalls Militärdienst. Später
trafen er und Kandinsky sich als Lehrer am Weimarer Bauhaus wieder.
Der einzigartige Umfang von
Werken des Blauen Reiter in der Sammlung der Städtischen Galerie im Lehnbachhaus
ist einer der bedeutendsten Museumsschenkungen durch Gabriele Münter im Jahre
1956 zu verdanken und ihrer Schmach geschuldet, von Kandinsky nicht geehelicht
worden zu sein. Die von Kandinsky 1914 zurückgelassenen Werke blieben bei
Gabriele Münter im Murnauer "Russenhaus" über drei Jahrzehnte erhalten, während
1937 in München in der Ausstellung "Entartete Kunst" auch Werke von
Kandinsky, Marc, Klee u.a. Künstler des Expressionismus und der Abstraktion
diffamiert wurden.
Die Schließung
des Münchner Lenbachhauses wegen umfangreicher Umbauarbeiten ermöglichte die Ausstellung von rund 80 Meisterwerken
im Museum Frieder Burda in Baden-Baden. Darunter das Gemälde „Bildnis des
Tänzers Alexander Sacharoff“ von Alexej von Jawlensky und das „Blaue
Pferd“ von Franz Marc, Werke, die nicht mehr für Ausleihen zu Verfügung stehen.
Lediglich für diesen besonderen Museumsbau (Architekt
Richard Meier)
und für die Umsetzung des
Ausstellungskonzeptes
das auf das Thema der Freundschaft und der Begegnung der Künstler untereinander
fokussiert, wurde diese Ausnahme gemacht. In der Ausstellung sind viele Porträts
zu sehen, welche die Künstler voneinander malten. Sie zeigen die Künstler in
verschiedenen Lebenssituationen und vermitteln einen Eindruck der persönlichen
Beziehungen untereinander.
Der Katalog
zeigt außer den bereits erwähnten Abbildungen von Gemälden 60 Fotografien
von Gabriele Münter, die auch in die Ausstellung integriert
sind. Bilder von Reisen etwa nach Tunesien oder Italien, Bilder von Murnau und
aus dem Privatleben von Mitgliedern des „Blauen Reiter“. Sie zeigen ebenfalls
die Beziehungen und Freundschaften der Künstler untereinander, sind aber auch
selbst von künstlerischem Wert.
Neben einer sehr ausführlichen Anthologie mit vielen äußerst
illustrativen eindrücklichen Zitaten aus Schriften und Briefen der Künstler
untersuchen die im Katalog enthaltenen Essays u.a. das Sendungsbewusstsein von
Kandinsky und Marc sowie die Popularität und Aktualität des Blauen Reiters.
Die empfehlenswerte Ausstellung in der Jenaer Kunstsammlung "Punkt und Linie zu Fläche. Kandinsky am Bauhaus"
zeigt Werke aus allen Schaffesphasen Kandinskys und konzentriert sich auf seine
Zeit am Weimarer Bauhaus.1922 kehrte Kandinsky nach Deutschland zurück und wurde
als Formmeister für Wandmalerei und Lehrer im Vorkurs an das von Walter Gropius
geleitete Staatliche Bauhaus nach Weimar berufen. Der mit zahlreichen
Abbildungen ausgestattete Katalog beschreibt, wie Kandinsky ans Bauhaus kam und
versucht seinen dortigen Beziehungen und Konkurrenzen auf den Grund zu gehen.
Kandinskys Aufsatz "Abstrakte Kunst" (1925) wird ausführlich analysiert. Weitere
Essays befassen sich u.a. mit der Druckgrafikserie "Kleine Welten", eines der
Highlights der Ausstellung, und seinen Aquarellen "Bilder einer Ausstellung".
Edgar Kitter
Der Blaue Reiter
Marc, Macke, Kandinsky, Münter, Jawlensky
Hrsg. Stiftung Frieder Burda, Helmut Friedel, Annegret Hoberg, Text von Frieder
Burda, Helmut Friedel, Annegret Hoberg, Matthias Mühling
Deutsch
2009. 232 Seiten, 195 Abb., davon 88 farbig, 55 in Duplex,
20,00 x 28,60 cm,
gebunden mit Schutzumschlag€
29,80, CHF 49,00
ISBN 978-3-7757-2496-8
Punkt und Linie zu Fläche. Kandinsky am Bauhaus
Ausst. Kat. Städtische Museen Jena / Kunstsammlung,
hg. von Erik Stephan, mit zahlreichen Texten über und von Wassily
Kandinsky und farbigen Abbildungen aller ausgestellten Werke, 248 Seiten, 28 x
22,5 cm,
ca. 26 €, zzgl. Versandkosten.
ISBN: 978-3-930128-14-3
Bestellungen: kunstsammlung@jena.de
Ausstellungen:
Punkt und Linie zu Fläche. Kandinsky am Bauhaus.
Gemälde, Zeichnungen, Druckgrafik und Bücher.
Ausstellung in den Kunstsammlungen Jena, 06.09.2009 - 22.11.2009
Der Blaue Reiter. Marc, Macke, Kandinsky, Münter,
Jawlensky. Ausstellung
im Museum Frieder Burda, Baden-Baden, 27. 06.2009 - 8.11.2009
Die nächste
Ausstellung im Museum Frieder Burda, Baden-Baden:
Baselitz. 50 Jahre Malerei.
Baselitz-Retrospektive,
21.11.2009 – 14.03.2010
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Katalog-Cover © Hatje Cantz Verlag

Katalog-Cover © Kunstsammlung Jena
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