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Uwe Szymborski
Klub-Cola, FDJ und immer geil…
Mit 15 Jahren merkt Mark, dass er auf Jungs steht. Seine Schwärmerei für Michael wird herb enttäuscht, als der die Schule verlässt. Fortan himmelt er
Pitti an, Held der gesamten Klasse. Pitti hat Macht, seine Mitschüler bewundern ihn und gehorchen aufs Wort. Heimleiter und Klassenlehrer sind
verglichen mit ihm nur Witzfiguren, kleine Rädchen im Staatsgetriebe, vor denen man keinen Respekt zu haben braucht. Mark himmelt Pitti an und fürchtet
ihn zugleich. Vier Jahre wird es dauern, bis die beiden auf einem Ausflug über die gerade gefallene Mauer hinweg ihre erste Lederkneipe entdecken und
begreifen, wie schön westliche Dekadenz sein kann. Aber bis dahin ist es ein weiter Weg.
„Baby Bottom“ riecht nach Braunkohle und schmeckt nach Klub-Cola. In einem packenden, schnellem und lockeren Tonfall erzählt Szymborski vom
Alltag in Leipzig, zeigt die dem Westler nicht unbekannte Welt pubertierender Jungs. Marks Probleme heißen: Wie frisiere ich meinen Motorroller? Wie kann
ich mich am 1. Mai vorm Fahnentragen drücken? Was fange ich mit dieser ständigen Geilheit an? Und dann ist da eine Unterströmung, die die Schilderung
der Freizeitspiele, des Unterrichts, der Berufsausbildung und der Montagsdemonstrationen durchzieht: Immer wieder spürt Mark, dass ihn Pittis
Herrschsucht erregt, dass er es genießt, im Sand eingegraben, in den Schnee gedrückt und von Pittis Stiefeln getreten zu werden.
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